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Hose kürzen Hose kürzen

Wer kennt das nicht? Da kauft man sich eine neue Lieblingshose, aber ein bisschen Stoff steht über. Ständig tritt man drauf. das Tragen macht keinen Spaß mehr. Ihr könnt die Hosenbeine natürlich einfach umschlagen. Das funktioniert aber nicht bei leichten Stoffen und sieht mit Pumps auch nicht unbedingt gut aus. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen abgeschlissenen Saum in Kauf zu nehmen, aber wer will das schon? Also ran an die Hosenbeine und kürzen. Das ist gar nicht so schwer und aufwändig, nachfolgend sind einige Methoden für unterschiedliche Hosensorten beschrieben.

Hose kürzen ohne schneiden (mit Originalsaum)

Im folgenden Beispiel seht ihr, wie ihr eine Jeans schnell und einfach kürzen könnt, ohne die Schere anzusetzen und dabei sogar den Originalsaum erhalten könnt. Das Ganze funktioniert neben Jeans- natürlich auch mit anderen Hosen, die im Original einen ähnlichen Saum besitzen. Besonders gut eignet sich diese Methode übrigens für Kinderhosen, da der Saum später wieder aufgetrennt werden kann und praktisch mitwächst. Außerdem ist es nicht ratsam, Kinder mit umgekrempelten Hosenbeinen in der Sandkiste spielen zu lassen, denn der sammelt sich dort haufenweise.

Material: - Lineal, Maßband oder Handmaß - Markierstift oder Schneiderkreide - Nähmaschine - Optional einen Reißverschluss- oder Schmalkantfuß, Jeansnadeln, Jeansgarn

  • 1) Um die perfekte Länge für die Hose zu bestimmen, zieht ihr sie am besten zu den Schuhen an, die ihr am Häufigsten mit ihr tragen werdet. Schlagt sie so weit ein, wie sie später von der Länge her sitzen soll und steckt den Saum grob fest.

  • 2) Nun messt ihr nach, um wieviel Zentimeter der Saum gekürzt werden soll und schlagt sie um genau die Hälfte ein.

  • 3) Wenn die Jeans später fünf Zentimeter kürzer sein soll, schlagt ihr sie um 2,5 Zentimeter rechts auf rechts um.

  • 4) Achtet darauf, dass die Seitennähte gut aufeinandertreffen und steckt den Saum fest. Wenn nötig könnt ihr ihn noch glattbügeln.

  • 5) Jetzt setzt ihr den Reißverschluss- oder Schmalkantfuß ein und näht so nah wie möglich am Originalsaum entlang. Notfalls geht das natürlich auch mit einem anderen Nähfuß.

  • 6) Danach könnt ihr den Stoff ins Innere der Jeans schlagen...

  • 7) ...und alles schön glatt bügeln. Wenn ihr mögt, könnt ihr den Saum noch rundherum absteppen. So ist er dann gleichzeitig fixiert. Fertig!

Hose mit Schere kürzen (mit Originalsaum)

Eine Jeans zu kürzen und trotzdem den Originalsaum beizubehalten geht auch auf andere Art und Weise. Diese eignet sich für etwas geübtere Näher/innen. Ihr benötigt das gleiche Werkzeug wie unter Punkt eins beschrieben und zusätzlich noch eine Stoffschere.

Markiert euch an der Hose die künftige Länge und schneidet den Saum entsprechend ab. Entfernt bis auf eine Nahtzugabe den überschüssigen Stoff oberhalb des Saumes. Dann trennt die Saumnaht mit einem Nahtauftrenner auf. Anschließend wird die Schnittkante versäubert. Entweder mit der Overlock oder einem engen ZickZack-Stich der Nähmaschine.


Da der Saum nun spiegelverkehrt angenäht wird, ist es ratsam, den Saum vom rechten Hosenbein an das linke Hosenbein anzubringen bzw. umgekehrt. Steckt den Saum so fest, dass die Seitennähte passgenau aufeinandertreffen. Am besten eignen sich hierfür Clips, weil sich Stecknadeln sehr schwierig durch den festen Jeansstoff stecken lassen. Zum Schluss wird der Saum knappkantig am Hosenbein festgenäht. Hierfür verwendet ihr bestenfalls einen Schmalkantfuß, damit ihr eine schöne gerade Naht bekommt. Fertig!

Hose mit Bündchen kürzen

Wenn ihr eine Hose mit Bündchen z.B. eine Jogginghose kürzen wollt, könnt ihr zwischen drei Varianten auswählen.

1. Möglichkeit: Schneidet die original Bündchenware ab und ersetzt sie durch ein neues, kürzeres und passenderes Bündchen. Beachtet die Nahtzugaben. Bei Kinderhosen sieht es witzig aus, wenn das Bündchen eine andere Farbe erhält oder geringelt ist.

2. Möglichkeit: Trennt das Bündchen abund kürzt die Hose, aber behaltet eine Nahtzugabe bei. Näht dann die originale Bündchenware wieder an.

3. Möglichkeit: Trennt das Bündchen ab und kürzt es entsprechend an der abgetrennten Seite. Achtet aber auf genügend Nahtzugaben an der Hose und am Bündchen. Nach dem Kürzen näht ihr die Bündchenware wieder an.

Anzughose kürzen (Blindsaum)

Hosen, die auf den ersten Blick nicht gesäumt sind, werden mit einem sogenannten Blindsaum versehen. Er ist auf der rechten Seite schier unsichtbar. Oft sind es Anzüge oder Hosen aus feinen Stoffen, bei denen diese Art des Säumens verwendet wird. Wenn ihr eine solche Hose kürzen müsst, geht ihr folgendermaßen vor:


  • 1) Zieht die Hose zu den passenden Schuhen an und steckt euch den Saum in der richtigen Länge fest. Notiert euch, um wieviel cm die Hose gekürzt werden soll.

  • 2) Wenn die ursprüngliche Saumbreite beibehalten werden soll, messt ihn euch aus (hier gut vier Zentimeter).

  • 3) Jetzt trennt ihr vorsichtig den Originalsaum auf. Bei Bedarf bügelt die Hosenbeine aus.

  • 4) Anschließend markiert euch auf der Hose die Länge um die sie gekürzt werden soll...

  • 5)...und schneidet sie ab.

  • 6) Damit der feine Stoff nicht ausfranst, wird die Schnittkante mit der Overlock oder einem engen ZickZack-Stich der Nähmaschine versäubert.

  • 7) Anschließend wird der Saum um die ursprüngliche Saumbreite eingeschlagen (also wieder vier Zentimeter), gebügelt und festgesteckt.

  • 8) Ziel ist es, auf der Innenseite der Hose lange Stiche zu machen und auf der sichtbaren Vorderseite sehr kleine, damit diese nicht zu sehen sind. Eine äußerst sorgfältige Positionierung der Nadel an den Ein- und Austrittstellen des Stoffes sorgt dafür, dass der Saum so gut wie unsichtbar erscheint.

  • 8) Wichtig ist, dass sich der Nähfaden farblich so nah wie möglich an der des Stoffes orientiert. Für die bessere Erkennbarkeit wurde in diesem Beispiel eine Kontrastfarbe gewählt. Sollte sich der Saum nach dem Nähen auf der Vorderseite ein wenig wellen, ist das nicht so schlimm. Nach der nächsten Wäsche dürfte das Problem behoben sein. Notfalls lockert den Faden noch ein wenig vor dem Verknoten. Fertig!

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